LINNÉA JÄNEN UND DAS BEDÜRFNIS SICH AUSZUDRÜCKEN

Inspiriert von außereuropäischer Kunst, von Gruppen der Urbevölkerung zeigt die Fotografin Linnéa Jänen beim 12 festival for fashion & photography in einer Gruppenausstellung ab 2. Juni im 365 - The Fox House diesen spannenden Zugang. Ihr Anliegen: „Ich will Menschen mitreißen, sie mit meinen Arbeiten berühren.“

Blasse Haut, strohblondes Haar, stechend grünen Augen. Gebürtige Schwedin. Um die Mittagszeit treffe ich Linnéa Jänen in der Universität für Angewandte Kunst. Wir holen uns einen Milchkaffee aus der Kantine und setzen uns gemütlich in den Innenhof. Mit anderen Studierenden schauen wir in die Sonne. Hier sprüht es vor Ideen und Kreativität, denkt jeder. Eine Umgebung, in der sich Linnéa Jänen sichtlich wohl fühlt. „Mich motivieren junge Kreative.“ Im Fox House, beim 12 festival for fashion & photography, präsentiert sich Linnéa in der Gruppe mit Newcomern. DesignerInnen, deren Arbeit mir zusagt. Sympathie muss da sein.“ Linnéa fotografiert Menschen von der Straße, nicht vom Laufsteg. Wichtig ist ihr dabei die Interaktion mit ihren Fotomodellen. „Mich interessiert was passiert. Wie fühlt sich die Person im Designeroutfit, wie geht sie damit um.“

Inspirationen für ihre Fotoarbeiten holt sie sich unter anderem in der Kunstgeschichte, in Vorlesung über außereuropäische Kunst. Ihre Fotoserie, die sie im Rahmen des 12 festival for fashion & photography präsentiert, trägt den Titel „Caduveo“
„Bei der südamerikanischen Bevölkerungsgruppe Caduveo werden rituelle Gesichtsbemalungen verwendet, um den Menschen vom Tier zu unterscheiden. Mich fasziniert das menschliche Bedürfnis sich unterscheiden zu wollen, um sich von der Menge abzuheben und zu zeigen, wo man dazugehört. Hier spielt die Mode eine bedeutende Rolle.“

Nach fotografischer Abstinenz will Linnéa jetzt durchstarten. Sie freut sich, dass ihr Portfolio Anklang gefunden hat. „Für eine künstlerische Fotografin eine tolle Chance.“ Nach ihrem Studium an der Graphischen hat sie sich für ein „Kunst, kommunikative Praxis und textile Gestaltung“ Studium an der Universität für Angewandte Kunst entschieden. „Die Fotographie hat mir gefehlt. Nun habe ich wieder das Bedürfnis, mich fotografisch auszudrücken.“ Die letzten Foto-Ausstellungen liegen bereits länger zurück. Eine davon, eine Fotodokumentation mit Herzblut. „Ich und 2 Mitstudentinnen habe ein Jahr lang in der Obdachlosenunterkunft, der Gruft gearbeitet. Die Fotos, die dort entstanden sind, haben wir ausgestellt und verkauft. Der Erlös wurde gespendet.“

Linnéa verweist auf Ausstellungen im Bereich Mode, auf Installationen und Performancekunst. „private.room“ war eine Gruppenausstellung in der Galerie Raum mit Licht. Eine andere Ausstellung „Brennpunkt Mischkulanz“. war im WUK zu sehen. Stets war ihr der soziale Aspekt ein besonderes Anliegen.Sie setzt fort: „Sehr stark interessiert mich die Interaktion mit Menschen, die vor mir stehen.“

Nun möchte sie sich in der Modefotografie etablieren. Man kann gespannt sein. Das 12 festival for fashion & photography soll ein Sprungbrett werden, ihr helfen, sich in der Szene zu etablieren.

Linnéa Jänen; Kurzbiographie: 29 Jahre. Lebt seit 2001 in Wien. 2004 schließt sie das Kolleg für Fotografie an der Graphischen ab und studiert jetzt Kunst, kommunikative Praxis und textile Gestaltung an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Coming Soon: www.lita.at

Bild & Text: Jakob Végh