EVOQUE NextGen Nominee: Sophie Skach
Sophie Skach ist dieses Jahr zum zweiten Mal für den Evoque
NextGen Award nominiert. Im Interview, das wir an einem kalten Sonntag
Vormittag mit Tee und über Skype führen, erzählt sie über ihre Beziehung zu
Wien nach einem Jahr im Ausland, ihren bevorstehenden Master Abschluss und
was das Gewinnen des Awards für sie bedeuten würde.
Sophie,
du bist vor über einem Jahr auf Grund deines Menwear Masterstudiums nach
London gezogen und machst nun Ende des Jahres deinen Abschluss. Was hat
dich dazu bewegt Wien den Rücken zu kehren und ins Ausland zu gehen?
Ich war schon seit meinem ersten London Besuch vor Jahren
von der Stadt begeistert. Ich musste nach meinem Bachelor einfach raus aus
Wien. Ich bin hier aufgewachsen, war in Hetztendorf in der Schule und habe
dann auch dort meinen Bachelor in Mode mit der Spezialisierung auf Strick
gemacht. Es ist eine Bereicherung, in einer anderen kreativen Umgebung zu
arbeiten.
Und warum gerade London und nicht eine der andern
Modemetropolen?
London ist – so denke ich – am relevantesten, wenn es um
Herrenmode geht. England ist das Herkunftsland der klassischen
Herrenschneiderkunst, die mich schon immer fasziniert hat.
Vermisst du Wien?
Ich komme immer gerne zurück, jedoch ist es auch gut
draußen zu sein und Abstand zu haben. Ich genieße die Schnelllebigkeit
Londons sehr! In Wien bekommt man das kulturelle Angebot so einfach mit und
muss nicht danach suchen, da es recht überschaubar ist. In London gibt es so
viel, man kann nie alles sehen. Das finde ich extrem spannend.
Wie siehst du die Wiener Modeszene?
Österreich hat eine viel größere Förderungsplattform, als
England. Für mich wirkt es so, als ob jeder einmal die Chance hat, etwas zu
starten. Es gibt so viele verschiedenen Stipendien. England ist viel
selektiver und es ist schwieriger, in ein Förderungsprogram aufgenommen zu
werden. Wenn mal einmal drinnen ist, dann gleich für Saisonen. Man wird
wirklich gepushed.
Auch habe ich oft das Gefühl, dass die Wiener gerne Wiener
sind. Also wenn du in Wien wer bist, reicht es. Viele schauen nicht über den
Tellerrand hinaus und ruhen sich auf der Anerkennung in Wien aus, obwohl sie
international keine Chance hätten.
Zurück zu dir. Du hast auch Mathematik studiert.
Ja nach der Matura habe ich mir das in den Kopf gesetzt.
Ich bin immer noch fasziniert von diesem Thema, jedoch habe ich schon nach
kurzem gemerkt, dass ich etwas Handwerkliches machen muss, um ausgelastet zu
sein. Also habe ich mit dem Mode Bachelor begonnen, verbinde aber immer die
Mode mit der Mathematik.
Zum Beispiel in deiner Masterkollektion…
Genau. Meine Masterkollektion ist eine Zusammenarbeit mit
einem Mathematiker aus Cambridge. Er hat das London College of Fashion
angeschrieben und die Anfrage wurde an mich weiterleitet. Zufälle gibt es –
seitdem nennen sie mich der Sheldon Cooper der Mode mit einer Anspielung an
die Show The Big Bang Theory. Und witzigerweise heißt der Mathematiker
Leonard.
Kannst du Unterschiede in der Art des Modeunterrichts
zwischen Wien und London ausmachen?
London ist einerseits viel selbständiger. Ich habe kaum
Unterricht und Prüfungen. Wir arbeiten nur an den Kollektionen und haben
manchmal Besprechungen. In Wien ist das ganze verschulter. Die Betreuung der
Studenten ist persönlicher. Oh, der Health & Safety Wahn der Engländer
treibt mich manchmal in den Wahnsinn und alles ist so geplant und
bürokratisch.
Was würde der Award für dich bedeuten?
Letztes Jahr war ich die Zweitplatzierte und hatte schon
die Chance, meine Kollektion zu präsentieren. Ich würde mich wieder freuen,
bei der Show dabei zu sein. Dieses Mal würde ich meine Masterkollektion
zeigen und sehe es als Plattform, Aufmerksamkeit zu bekommen. Sonst habe ich
keine Chance sie in Wien zu präsentieren.
http://www.sophieskach.com/